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EU-Taxonomie erste Berichte unter der Lupe: Praxis und regulatorische Anforderungen im Vergleich

Impact & ESG Nachrichten
June 18, 2025
Inhaltsverzeichnis

Große europäische Unternehmen im Geltungsbereich der NFRD mussten 2022 erstmals EU-Taxonomie erste Berichte zur Fähigkeit ihrer Wirtschaftsaktivitäten erstellen. Wir analysierten eine Stichprobe von 11 Berichten deutscher börsennotierter Unternehmen für das Geschäftsjahr 2021 und leiteten vier Erkenntnisse ab:

1) Fast die Hälfte der Berichte weist sehr geringe bis null Fähigkeit aus, hauptsächlich aufgrund unzureichender Granularität der Finanzdaten;

2) Die meisten Berichte zeigen Schwächen bei der Offenlegung ihrer Rechnungslegungsmethodik;

3) Alle Unternehmen zeigen ein Verständnis ihrer Verpflichtungen im Rahmen der Taxonomie;

4) Alle Unternehmen liefern Zukunftsaussichten zur Verbesserung der Berichtsqualität, aber nur 2 von 11 enthielten detaillierte Zukunftsaussagen zur Steigerung von Fähigkeit und Konformität.

Unternehmen müssen sich an die erforderliche Granularität der Finanzdaten anpassen

1. Fast die Hälfte der Berichte weist sehr geringe bis null Fähigkeit aus

Trotz der breiten Palette in der EU-Taxonomie-Analyse erfasster Aktivitäten hat ein erheblicher Anteil (5 von 11) 0% oder unter 3% Taxonomieofähigkeit berichtet. Ursache ist meist unzureichende Finanzdatengranularität. Unternehmen sollten die Granularität ihrer Finanzdaten möglichst bald anpassen, indem sie Umsatz, CapEx und OpEx auf Aktivitätsebene verfolgen.

2. Schwächen bei der Offenlegung der Rechnungslegungsmethodik

Die meisten Unternehmen (8 von 11) legen ihre KPI-Definitionen nicht vollständig konform mit dem Delegierten Offenlegungsrechtsakt offen. Als Taxonomie-Praxis-Best Practice kann Covestro genannt werden, das präzise Formeln für Zähler und Nenner jedes KPI offengelegt hat. Ebenfalls übersehen wird häufig die Klarstellung, wie Doppelzählungen vermieden wurden.

3. Unternehmen zeigen ein Verständnis ihrer Verpflichtungen

Alle Berichte enthielten eine Darlegung des Verständnisses des Unternehmens für das Taxonomie-Framework. Dies ist erste Taxonomie-Berichte ESG Best Practices: Es ermöglicht Aktionären zu überprüfen, ob das Unternehmen seine Verpflichtungen verstanden hat.

4. Zukunftsgerichtete Überlegungen

Jeder Bericht enthielt strategische Überlegungen zur Zukunft des Taxonomie-Reporting-Prozesses. Einige Unternehmen beschreiben auch konkrete Pläne zur Steigerung ihrer Fähigkeit und Konformität.

Analysierte Berichte: Adva Optical, Airbus, Aixtron, Alzchem, Covestro, Deutsche Telekom, Henkel, Sartorius, UniPer, Villeroy & Boch (alle für das Geschäftsjahr 2021).

Haftungsausschluss: Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Rechts- oder Anlageberatung dar.

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